Segeln
Nun hat Chris ja wie erwähnt sein Boot hierher gebracht, folglich forderte uns der Sonnenschein letzte Woche zu einer Tour auf.
Trotz ewig langen Arbeitens am Vorabend erschien ich mit nur einer halben Stunde Verspätung - und war nicht mal die Letzte. Mit einem durch Halbschlaf bedingten Gleichgewichtsproblem eierte ich also über das Boot und betrachtete dabei ein klein wenig neidisch die allesamt bereits Schifferprobten um mich herum. In meiner scheinbar herzergreifenden Naivität hatte ich eine winterliche Segeltour etwas unterschätzt - und wurde erst mal mit Wollunterhosen von Kristin, Windjacke von Christophe und Rettungsweste ausgestattet. Damit hatte ich nun endgültig Ähnlichkeit mit einer Boje angenommen, aber es war gegen den eisigen Wind doch durchaus hilfreich.
Die Fahrt an sich war ein Traum. Stahlender Sonnenschein, Unmengen von Felsinseln und kräftiger Wind zum Segeln. Nach zwei Stunden hatte ich dann auch mein Gleichgewichtsgefühl wieder und stand nicht mehr ausschließlich im Weg rum. Allerdings ließen mich abwechselnd auf englisch, norwegisch und französisch gegebene Aufforderungen dieses oder jenes Segel in diese oder jene Richtung zu bewegen doch jedes mal mit verzweifeltem Gesicht vor einem Haufen Seile enden. Klar, an einem muss ich ziehen... nur an welchem?
Gegen Nachmittag erreichten wir dann den Süden Sotras und drei der Herrschaften begaben sich erst in ihre Taucheranzüge und dann ins Wasser. Währendessen hatte ich genug Zeit mich über die auf einer kleinen Felsinsel ans Wasser gebauten Häuser zu begeistern.
Gegen Abend steuerten wir eine weitere Insel an, auf der die Eltern eines Mitsegelnden wohnen. Ebenfalls eine traumhaft idyllische Gegend. Aus einem direkt an der Anlegestelle platzierten Netz wurden mal eben drei ordentliche Dorsche gefischt und direkt getötet und ausgenommen. Das Haus unserer Gastgeber war eine kulturelle Offenbarung. Der erste Raum in den man gelangt ist eine Art begehbarer Kleiderschrank, der mit allen Arten von Winter-, Wind- und Regenkleidung vollgestopft ist. Sehr positiv fanden meine gefrorenen Füsse die Fussbodenheizung. Nachdem wir uns dort dann nach Zwiebelart geschält hatten, ging es Richtung Küche. Diese hatte wiederum einen Vorraum, der lediglich eine Anrichte mit zwei großen Spülbecken enthielt. Der Herr des Hauses begrüßte und kurz und zerlegte dann fachgerecht, während er sich mit uns unterhielt und kaum hinsah, die drei Dorsche. Völlig unkompliziert wurden die Stücke dann in einen Topf mit Salzwasser geworfen und gar gekocht. Mit Kartoffeln und gebratenem Speck gab das eine äußerst leckere und offensichtlich typische Hausmannskost ab: "Dorsk i skiver" (Dorsch in Scheiben). Erwähnenswert ist auch noch der Blick aus dem riesigen Wohnzimmer - direkter Fjordblick mit Sonnenuntergang!
Die Rückfahrt begann ebenfalls wundervoll. Satt gegessen bestiegen wir das Boot wieder, als die Sonne bereits verschwunden war. Der Himmel war völlig klar und mit Sternen bedeckt, deren Licht durch keine Laternen oder Leuchtreklamen unterging.
Im Laufe des - im Übrigen extrem langen - Abends kühlte es dann aber doch merklich noch wesentlich mehr ab und die eingeschränkte Sicht ließ mich zwar den Gebrauch des GPS-Systems verstehen, war aber dauerhaft doch anstrengend. Meine Bemerkung "Da ist übrigens ein Leuchtturm direkt neben uns!" und der Hinweis von unten, dass wir laut GPS auf nem Felsen sitzen, trug nicht unbedingt zur Stimmung bei. Um halb eins in der Nacht erreichten wir dann ziemlich erschöpt, aber doch zufrieden und mit Sonnenbrand auf der Nase, wieder den heimatlichen Hafen.
Da ich mich schon so schön an das Schaukeln gewöhnt hatte ließ ich mich dann auch gleich noch gemütlich in den Schlaf schaukeln...
Auf dem oberen Bild ist das erwähnte Boot zu sehen, wie es gerade reisefertig gemacht wird. Das untere Bild zeigt, wie mit Menschen verfahren wird, die ihre Klappe nicht halten können... ;)

Einmal Benjamin als Steuermann, zweimal ich als steuernde Boje.


Hier sieht man oben Menschen ohne Kälteempfinden und unten mein neues Traumhäuschen.
Trotz ewig langen Arbeitens am Vorabend erschien ich mit nur einer halben Stunde Verspätung - und war nicht mal die Letzte. Mit einem durch Halbschlaf bedingten Gleichgewichtsproblem eierte ich also über das Boot und betrachtete dabei ein klein wenig neidisch die allesamt bereits Schifferprobten um mich herum. In meiner scheinbar herzergreifenden Naivität hatte ich eine winterliche Segeltour etwas unterschätzt - und wurde erst mal mit Wollunterhosen von Kristin, Windjacke von Christophe und Rettungsweste ausgestattet. Damit hatte ich nun endgültig Ähnlichkeit mit einer Boje angenommen, aber es war gegen den eisigen Wind doch durchaus hilfreich.
Die Fahrt an sich war ein Traum. Stahlender Sonnenschein, Unmengen von Felsinseln und kräftiger Wind zum Segeln. Nach zwei Stunden hatte ich dann auch mein Gleichgewichtsgefühl wieder und stand nicht mehr ausschließlich im Weg rum. Allerdings ließen mich abwechselnd auf englisch, norwegisch und französisch gegebene Aufforderungen dieses oder jenes Segel in diese oder jene Richtung zu bewegen doch jedes mal mit verzweifeltem Gesicht vor einem Haufen Seile enden. Klar, an einem muss ich ziehen... nur an welchem?
Gegen Nachmittag erreichten wir dann den Süden Sotras und drei der Herrschaften begaben sich erst in ihre Taucheranzüge und dann ins Wasser. Währendessen hatte ich genug Zeit mich über die auf einer kleinen Felsinsel ans Wasser gebauten Häuser zu begeistern.
Gegen Abend steuerten wir eine weitere Insel an, auf der die Eltern eines Mitsegelnden wohnen. Ebenfalls eine traumhaft idyllische Gegend. Aus einem direkt an der Anlegestelle platzierten Netz wurden mal eben drei ordentliche Dorsche gefischt und direkt getötet und ausgenommen. Das Haus unserer Gastgeber war eine kulturelle Offenbarung. Der erste Raum in den man gelangt ist eine Art begehbarer Kleiderschrank, der mit allen Arten von Winter-, Wind- und Regenkleidung vollgestopft ist. Sehr positiv fanden meine gefrorenen Füsse die Fussbodenheizung. Nachdem wir uns dort dann nach Zwiebelart geschält hatten, ging es Richtung Küche. Diese hatte wiederum einen Vorraum, der lediglich eine Anrichte mit zwei großen Spülbecken enthielt. Der Herr des Hauses begrüßte und kurz und zerlegte dann fachgerecht, während er sich mit uns unterhielt und kaum hinsah, die drei Dorsche. Völlig unkompliziert wurden die Stücke dann in einen Topf mit Salzwasser geworfen und gar gekocht. Mit Kartoffeln und gebratenem Speck gab das eine äußerst leckere und offensichtlich typische Hausmannskost ab: "Dorsk i skiver" (Dorsch in Scheiben). Erwähnenswert ist auch noch der Blick aus dem riesigen Wohnzimmer - direkter Fjordblick mit Sonnenuntergang!
Die Rückfahrt begann ebenfalls wundervoll. Satt gegessen bestiegen wir das Boot wieder, als die Sonne bereits verschwunden war. Der Himmel war völlig klar und mit Sternen bedeckt, deren Licht durch keine Laternen oder Leuchtreklamen unterging.
Im Laufe des - im Übrigen extrem langen - Abends kühlte es dann aber doch merklich noch wesentlich mehr ab und die eingeschränkte Sicht ließ mich zwar den Gebrauch des GPS-Systems verstehen, war aber dauerhaft doch anstrengend. Meine Bemerkung "Da ist übrigens ein Leuchtturm direkt neben uns!" und der Hinweis von unten, dass wir laut GPS auf nem Felsen sitzen, trug nicht unbedingt zur Stimmung bei. Um halb eins in der Nacht erreichten wir dann ziemlich erschöpt, aber doch zufrieden und mit Sonnenbrand auf der Nase, wieder den heimatlichen Hafen.
Da ich mich schon so schön an das Schaukeln gewöhnt hatte ließ ich mich dann auch gleich noch gemütlich in den Schlaf schaukeln...
Auf dem oberen Bild ist das erwähnte Boot zu sehen, wie es gerade reisefertig gemacht wird. Das untere Bild zeigt, wie mit Menschen verfahren wird, die ihre Klappe nicht halten können... ;)
Einmal Benjamin als Steuermann, zweimal ich als steuernde Boje.

Hier sieht man oben Menschen ohne Kälteempfinden und unten mein neues Traumhäuschen.

