Montag, August 21, 2006

THE END

Tja, so neu ist es nun ja nicht mehr: Ich bin zurück in Deutschland, das Leben geht hier nüchtern und auf altbekannte Weise weiter. Ein eigentlich unbeschreibliches, traumhaft schönes Jahr in Norwegen liegt mit all seinen Erlebnissen, Bekanntschaften und besonderen Menschen hinter mir.

Abschließend kann ich nur jedem raten: Macht euch ab! Raus aus dem immer gleichen Trott, guckt euch den Rest der Welt an! Nie hätte ich vor einem Jahr gedacht, dass es so verändern kann! Ich würde es sofort wieder tun und die nächsten Pläne sind bereits verschommen angelegt!

... und wenn sie nicht gestorben ist, dann textet sie noch heute!

Montag, Juli 24, 2006

Heimkehr

Wie ja nun doch schon allseits bekannt: mich hat es wieder nach Deutschland verschlagen.
Nach einem Wohnungsputz in Akkordzeit kam einige Tage vor meiner Abreise aus Bergen Papa an. Bergen präsentierte sich in traditionellem Regen-Grau, was uns allerdings nicht davon abhielt die ca anderthalb Meter weite Sicht vom Ulriken und am nächsten Tag die schon wesentlich bessere Sicht vom Floyen zu bewundern.Nachdem erstaunlicherweise mein gesamtes Hab und Gut (einschließlich dem mehrmals spöttisch kommentierten Müllsack voller Schuhe) im Auto verstaut war ging an einem regnerischen (sowohl außerhalb als auch ein bißchen innerhalb des Autos) Sonntag Morgen die Reise los.
Der erste Teil der Fahrt war noch von der norwegischen Art zu reisen geprägt: auf Fähren warten, durch Tunnel fahren und ansonsten provozierend langsames Dahinzuckeln, begleitet von einem von meinen Fahrkünsten maßlos beeindruckten Vater.
Nachdem wir dann doch wesentlich schneller als geplant im Süden Norwegens Kristiansand und damit die Fähre nach Dänemark erreicht hatten, verließ ich Norwegen schon am Spätnachmittag endgültig. Unser zügiges Vorankommen gab dann den Ausschlag: in einer insgesamt 24 stündigen Fahrt erreichten wir schließlich ein reichlich wenig verändertes Friedrichsdorf.
Die folgenden Tage standen im Zeichen des chaotischen Auspackens (wer hätte auch die Zahnbürste unter den Jura-Büchern vermutet), der - inzwischen erfolgreichen - WG-Suche und zu meiner grenzenlosen Begeisterung einem Treffen mit meinem absoluten Lieblingsbeamten im BaföG-Amt.
Obwohl sich schon auffällig nichts verändert hatte gab es doch Dinge die mich rührten. Das Weinregal bei Aldi erfuhr in den letzten Tagen ungekannte Liebkosungen und auch die dicken, prallen Gurken bei Toom kamen im Vergleich zu den kleinen, verschrumpelten Gegenstücken in Bergen zu ganz neuer Würdigung.
Den Rest der hier bereits verbrachten Zeit musste wiedergesehen, gefeiert, gerockt und in der Sonne gelegen werden. Alles in allem also doch keine ganz langweilige Heimkehr.

Donnerstag, Juli 06, 2006

Paragliding

Habe gestern mein Geburtstagsgeschenk von Chris bekommen: einen Paragliding-Flug (zu deutsch: "Gleitschirmflug" - klingt aber irgendwie nicht jugendfrei...). Bei dem wunderschönsten Wetter sind wir also gestern Abend vom Ulriken gehopst und haben Bergen noch mal aus einer neuen Perspektive gesehen. An dem orangen Schirm hängt Chris, die Knie auf dem letzten Bild gehören zu mir. Auf dem Feld neben dem Fußballstadion sind wir dann später äußerst sanft gelandet.

Dienstag, Juli 04, 2006

Hut

Nachdem ich hier ja jetzt sozusagen Ferien mache, habe ich beschlossen Tourist zu sein. Ergebnis meiner Souvenir-Ausbeute: ein Hut (momentan dient er als Schutz gegen die Sonne, aber da er aus Bergen stammt nehme ich an, dass er ebenso brauchbar gegen Regen ist...).

Montag, Juli 03, 2006

Geburtstagswochenende

Das letzte Wochenende war anstrengend, aber mal wieder äußerst schön. Es begann mit einem gemütlich zweisamen Pizza-Essen Freitag Abend und ging mit einem Trip nach Sotra am Samstag weiter. Inzwischen dürfen wir auch hier wieder den Sommer genießen und so kamen wir abends alle mit braun/rot gebrannten Gesichtern wieder zurück. Der Nachteil beim Braun-Werden auf dem Boot ist, dass Gesicht und Hände mit der Zeit wunderschön dunkel werden, während der Rest des Körpers die feine Blässe unter der Windschutz-Kleidung behält...Nachdem wir abends den französischen Fußball-Sieg im Kvarteret (Studentenpub) bewundert hatten, kehrten wir mit allerlei hochprozentigen Leckereien zurück zum Boot, wo wir dann den Sieg (es waren überwiegend Franzosen anwesend), sowie Chris' und meinen Geburtstag feierten.Den Sonntag über bekämpften wir die unerklärlichen Kopfschmerzen (der Ricard, der Rum, der Vodka oder das Bier müssen schlecht gewesen sein...) mit langem Schlafen, feiner Fischsuppe und einem Badeausflug nach Sandviken.

Freitag, Juni 30, 2006

Ulriken mit Sonne

Hier noch mal zwei höchstaktuelle Bilder vom Ulriken bzw. Weg dorthin. Sie sind vor rund 2h Stunden entstanden.
Nach dieser nachmittäglichen Höchstleistung werde ich mich nun für ein paar Tage zurückziehen und in stiller Trauer älter werden. Die stille Trauer besteht hierbei aus einer Segeltour und einer Fisch-Grill-Feier...

Donnerstag, Juni 29, 2006

Entspannungszeit

Meine Restzeit hier verläuft überaus entspannend. Tagsüber lerne ich Verwaltungsrecht (meine deutsche Uni geifert schon...), schlendere mäßig begeistert über den Fischmarkt - wo man inzwischen wieder den weltoffenen ostdeutschen Dialekt in Mengen vernehmen kann, streife mit dem Fahrrad durch Bergen, fange Seesterne und betreibe Quallenkunde (die Braunen tun weh, wenn man sie mit der Hand umdreht).
Dienstag Abend sind wir dann mal wieder gemütlich - und ich überaus ambitioniert, wie man sehen kann - auf den Løvstakken spaziert.
Gestern Abend führte der Verdauungsspaziergang dann lediglich zur Fantoft Stavkirke. Und für die ganz Schlauen: Ja, da ist ein Loch in meiner Hose.

Freitag, Juni 23, 2006

FERIEN!!!

Nun ist es tatsächlich soweit. Mein Studienjahr in Norwegen ist fast vorüber. Die letzten Prüfungen sind vorbei - und soweit bereits bekannt, recht ordentlich gelaufen. Das Regenwetter setzte pünktlich mit Beginn meiner letzten Ferienwochen hier ein. Fantoft leert sich und so ganz langsam richten sich meine Gedanken gen Heimat, während ich noch die letzte Zeit mit den Menschen und Dingen, die ich hier liebgewonnen habe, genieße.
Die stiefmütterliche Behandlung des Blogs während der letzten Wochen wird jetzt - wenn auch notdürftig, da soeben von einer weiteren Abschiedsfeier komme - nachgeholt.

Hier zunächst noch einige Bilder von unserem Trip nach Sotra am 4. Juni. Wie üblich ging das Ganze recht regnerisch los.Ging dann aber doch sehr anständig - mit Sonnenschein und ordentlich (!!!) Wind weiter.
Die folgenden Bilder sind am nächsten Tag bei unserer Wandertour entstanden. Gestartet sind wir in Fantoft und dann über den Ulriken zum Fløyen und diesen hinab marschiert. Resultat: Klebeband um die Füße hat diesmal zwar die Blasen verhindert, dafür gab's aber kräftigen Sonnenbrand auf dem Rücken, auf dem man nun immer noch den (weißen) Abdruck des Rucksacks sehen kann.
Das nächste Wochenende war es - sogar hier - richtig kräftig sommerlich heiß. Gut für uns, denn am Samstag Morgen fuhren Chris und ich früh nach Voss - ein Ski- und Wassersportgebiet eine Stunde von Bergen - und ließen uns dort in Rafting-Boote verfrachten. Was zunächst recht ruhig - und mit einem Schwimmtest im pervers kalten Fluß - begann, wurde in der zweiten Halbzeit ein nasser und umso größerer Spaß.Den darauf folgenden Sonntag nutzten wir wiederum für einen Segeltrip.Bei seinem Tauch-Alleingang brachte Chris u.a. diesen ansehnlichen Steinbeißer mit. Bei einem Blick in seinen Rachen erklärt sich der Name. In seinem Magen fanden wir auch zermahlene Muschelschalen.Die Stationen des Fischs nach seinem Ableben sind im Folgenden zu begutachten.Zu guter Letzt noch ein Blick vom Fjord auf meine Fakultät.Am 16. Juni hatte ich dann abends um 18 Uhr meine letzte mündliche Prüfung, von der es aus dem Büro meines Profs dann direkt zur Party ging. Der Rotwein dort hatte zur Folge, dass ich die Grillfeier am Samstag Abend nicht so wirklich geniessen konnte und den Sonntag mit DVD-Gucken verbrachte.
Die letzte Woche war nun entspannend ruhig und gefüllt mit Behördengängen, Einkaufstouren, dem Verbrennen von Uni-Unterlagen und kleineren Abschiedsfeiern. Nun hoffe ich zum Abschluss doch noch ein paar schöne Tage im sonnigen Bergen zu bekommen, bevor ich endgültig Richtung Deutschland reise.