Mittwoch, August 24, 2005

Natur kontra Stadt

Was mir hier immer wieder auffällt ist die wundervolle Luft. Die Fjorde sind sehr salzig, was sich natürlich auch beim Atmen bemerkbar macht, der Verkehr ist (von der Innenstadt selbst mal abgesehen) vergleichsweise gering und ein paar hundert Meter von meiner Wohnung in die Berge und man fühlt sich frei in der Natur.
Je länger ich hier bin, umso weniger ist es mir begreiflich, was so manche mir bekannte Menschen an Großstädten so toll finden. Hierzulande ist es normal, dass jeder, der die Möglichkeit hat (eingeschlossen junge Mütter mit Kinderwagen, Alte im Rollstuhl oder mit Gehwagen, Jugendliche in - natürlich modischer - Sportkleidung) in seiner Freizeit in die Natur, vorzugsweise in die Berge, strebt - ungeachtet des Wetters. Und ich finde sie haben recht. So schön auch ein Club. Abend mit Tanzen und Gedränge sein mag, ein überfüllter Park umgeben von Schnellstrassen ist keine Alternative zu freier, weiter Natur.

Die Freizeit des Einzelnen wird in Norwegen hoch geachtet. Es wird wert auf Sport gelegt, sonst aber eher auf Gemeinsamkeit als auf Wettbewerb gesetzt. Dies und die Möglichkeit, in freier Natur WIRKLICH abschalten zu können, sind vermutlich dafür verantwortlich, dass die Menschen hier so viel ausgeglichener sind, als bei uns.
Nie zuvor habe ich erlebt, dass ein Busfahrer recht anhält und austeigt, um einen liegengebliebenen Pkw anzuschieben. Die Fahrgäste wurden nicht etwas ungeduldig, sondern halfen selbst mit.
Überall trifft man auf (übrigens fast immer englisch sprechende) freundliche, hilfsbereite und scheinbar für alles offene Personen.
Und an genau diesem Teil der Mentalität sollte sich so mancher Deutscher eine Scheibe abschneiden!

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

ich finde das, was du machst ist eine super Sache, ich bin beeindruckt...
Gruss mongrel

19:46  

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