Sonntag, Februar 19, 2006

Sonnenschein und blaue Flecken

Und wieder ist ein wundervolles Wochenende vorüber. Es begann Freitag Abend mit einer sehr netten Wohnungs-Einweihungs-Feier. Es ist faszinierend, wie viele Menschen man gestapelt in ein 15 qm großes Zimmer bekommt.

Samstag schien ganz untypisch für Bergen die Sonne. Meine Laune war also auf dem absoluten Höhepunkt. Nichts wie raus an die frische Luft. Eigentlich wollte ich zunächst mit dem Fahrrad einkaufen fahren. Hintern war allerdings noch sehr schmerzhaft vom Spinning am Vortag. Also doch lieber laufen. Zur Unterhaltung meines Begleiters musste ich lernen, dass man bei Schotter auf steilen Wegen nicht hüpfen sollte. Mein Stunt war beeindruckend und mein Arm nimmt inzwischen ein sehr schönes Blau an. Aber die Sonne schien ja. Also immer noch gute Laune.

Nach der unfallfreien Rückkehr nach Hause beschlossen wir den Tag zu nutzen und auf den Løvstakken, den Berg meinem Wohnheim gegenüber, zu klettern. Voller Optimismus machte ich mich also mit Turnschuhen bekleidet auf den Weg. Wanderschuhe ging nicht. Noch Blasen vom letzten Mal.
Den uns allen noch unbekannten Weg fanden wir dann auch beinahe sofort. Umwege von 20 min zählen noch nicht als Umweg. Die ersten Steigungen erledigten wir zwar schnaufend, aber glücklich. Der Ausblick war wieder einmal traumhaft und die Luft kalt und frisch. Je weiter wir kamen, umso mehr kam die Erinnerung zurück, dass "Weg" auf norwegischen Bergen nichts mit "begehbar" zu tun hat. Aber auch das Klettern war eher ein Gewinn für meine Laune und der leider nicht mehr gefrorene Sumpf und meine anschließnd bei jedem Schritt patschenden, weil nassen, Füsse konnten die Hochstimmung immer noch nicht vertreiben. Auch mein soziales Engagement erlebte einen Höhenflug, als ich zur humorvollen Unterhaltung meiner Begleiter meinen rechten Turnschuh in einem Schlammloch verlor und ihn auf Socken im Eiswasser stehend wieder rausangeln musste. Macht aber nix. Schlamm ist ja gut für die Haut.
Etwas später rutschten wir dann einen gefrorenen Bachlauf hinauf - d.h. die anderen liefen überwiegend und amüsierten sich über die Bekanntschaft meiner Knie und meines Hinterteils mit dem Eis. Die paar blauen Flecken sind aber gar nicht der Erwähnung wert. Nachdem wir noch ein Stück durch den Schnee gestapft waren, war meine Hose endlich nicht mehr nass - sie war gefroren.
Die Aussicht vom Gipfel und die Möglichkeit meine Füsse ein wenig in der Sonne anzutauen, halfen meine immer noch nicht gesunkene Hochstimmung zu erhalten. Allerdings fehlen mir die Worte für das Hochgefühl, dass ich später bei der heißen Dusche empfand.


Auf dem oberen Bild sind meine "Wanderschuhe " zu sehen, unten kann man ganz klein mein Wohnheim erkennen.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Du kleiner Tolpatsch Du! Soll ich Dich pflegen kommen? ;-)Mit wem warstn Du einkaufen? ;-)

10:39  

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